Nachhaltigkeit und Familie – wie geht das? Einfach mal anfangen! (Gastpost)

Heute gibt es hier einen Gastbeitrag und zwar von Sarah von Und eine Prise Liebe! Sarah und ich folgen uns schon eine ganze Weile gegenseitig auf Instagram und haben inzwischen festgestellt, dass wir uns auch „live“ sehr mögen. Die 33-jährige total sympathische Zweifachmama schreibt auf ihrem Blog immer wieder über das Thema Nachhaltigkeit – unter anderem – und ich habe sie gefragt, ob sie hier nicht auch einmal etwas dazu verfassen möchte – und sie hat das gleich getan. Vielen Dank, Sarah – und euch viel Spaß beim Lesen!

Kleine Schritte sind auch Schritte

Irgendwann habe ich angefangen, mich damit auseinander zu setzen, was Nachhaltigkeit bedeutet, woher unsere Kleidung kommt und wie gut es ist, wenn man sich saisonal ernährt. Ja, und dann hab‘ ich spontan einen Nervenzusammenbruch bekommen…

Wenn Du damit anfängst, in einem bestehenden Familienhaushalt, auf einmal alles nachhaltig und fair machen zu wollen, dann ist es (meiner Meinung nach) nahezu unmöglich. Zumindest unmöglich, es perfekt zu machen.

Bei mir führte dies als erstes Mal zu Frustration und Verbissenheit. Bis ich nach einigen sehr fokussierten Tagen (ist immer so bei mir…) meinen Blick etwas löste und einen Gang zurückschaltete. Ja, und durchatmete.

„Kleine Schritte sind auch Schritte!“ – und genauso ist es. Ich wollte ja nicht resignieren und aufgeben, nur das Ganze auf unsere Lebenssituation anpassen.

Zufrieden sein, auch mal etwas nicht zu haben

Wir, eine fünfköpfige Patchworkfamilie, leben schon sehr bewusst und bedacht, sind eher öko als etwas anderes, essen fast immer gesund und einigermaßen saisonal, sind also schon gar nicht mal so schlecht. Wenn ich dann aber genauer hinsehe, gibt es schon noch viele Stellschrauben, die es noch einzustellen gilt.

Bis auf Schuhe, kaufe ich auch gerne mal Secondhand-Kleidung für die Kinder bzw tausche mit Freundinnen oder unter den Kindern – und nähe das ein oder andere Mal selbst. Dennoch, wenn ich morgen früh feststelle, dass im Kindergarten dringend neue Gummistiefel oder Hausschuhe benötigt werden, weil die Schuhgröße mal wieder raketenartig gestiegen ist, dann ist es schon sehr mühselig hierbei immer auf faire Produktion und gute Materialien zu achten. Meist muss es dann ja sehr schnell gehen. Natürlich kaufe ich auch dann nicht direkt im Discounter und super billig, aber manchmal bleibt scheinbar “keine Zeit“ genau hinzusehen. Das meint man zumindest.

Viel öfter sollte man sich damit zufrieden geben, etwas auch erstmal nicht zu haben. Denn die Welt wird nicht untergehen, wenn das Kind im Kindergarten ein paar Tage auf Socken herum läuft. Vielleicht bekommt man böse Blicke von den Erziehern, vielleicht meint man das aber auch nur. Selbst wenn, sollte man sich von so etwas auf jeden Fall mal lösen.

Immer wieder stelle ich fest, dass bestimmte Kleidungsstücke gar nicht bis kaum getragen wurden und dann schon wieder zu klein sind. Das liegt bei uns auch daran, dass wir viel geschenkt bekommen für die Kinder, einfach, weil alle daran so Spass haben. Dennoch sollte man öfter eine klare Kleiderschrank-Bedarfsanalyse machen und dann ganz klar sagen, es reichen z.B. drei lange Hosen, drei kurze Hosen, fünd langärmelige T-Shirts und fünf kurzärmelige usw.

Mache ich auch viel zu selten… – aber werde ich nun wirklich regelmäßig einmal pro Monat machen! Und im Anschluss dann weiter reichen oder für den Flohmarkt packen.

Beim Essen achte ich sehr auf eine gesunde Ernährung, zum Glück sind alle in der Familie “Alles-Esser“ und nörgeln selten rum (es sei denn, es gibt “nur“ Salat ;-)).

Einfach mal anfangen…

Da ich das Essen für eine Woche immer ganz grob plane, schmeißen wir wirklich keinerlei Lebensmittel weg, worauf ich sehr stolz bin. Ich kaufe so gut es geht saisonal ein und gerne regional. Woran es aber eindeutig noch hapert ist der Verpackungsmüll, den möchte ich gerne noch radikaler senken – was ich persönlich aber echt schwierig finde. Natürlich kaufe ich Obst und Gemüse nahezu komplett unverpackt, aber dann gibt es ja noch Nudeln, Reis und Co., bei denen immer eine Plastikhülle drumherum ist. Leider haben wir nicht in direkter Nähe so einen tollen Unverpackt Laden, wie z.B. Tante Olga in Köln.

Aber auch hierbei sollte man kleine Schritte machen, bevor man keine macht. Einfach mal den Jutebeutel zum Einkaufen mitnehmen, statt eine Plastik- oder Papiertüte an der Kasse zu kaufen und gerade beim Obst- und Gemüse-Einkauf mal eben alles unverpackt nehmen. Schließlich packt man es Zuhause ja auch wirklich direkt wieder aus, was spricht also dagegen, auf die Plastiktütchen zu verzichten?!

Ich gehöre jetzt auch (noch) nicht zu denen, die an der Wurst- oder Käsetheke mit der eigenen Tupperdose stehen. Das bekomme ich organisatorisch irgendwie nicht hin oder vergesse es schlechthin – und irgendwie käme ich mir dabei auch komisch vor. Aber warum eigentlich?

Seit einiger Zeit steht auch das Auto überwiegend herum bei uns. Ich nutze mein Fahrrad fast immer für den Arbeitsweg (es sei denn, ich mache auf dem Weg den Großeinkauf für die Woche) und auch die Kinder können zu Fuß ganz bequem ihre Wege bestreiten und müssen nicht gefahren werden. Ich finde, so lernen die Kinder eine Menge: den Straßenverkehr zu beachten, Selbstständigkeit und auch, was ein Auto mit der Umwelt macht. Das ist schon mal eine Menge, wie ich finde.

Ich glaube wichtig ist, sich davon nicht erschlagen zu lassen, alles perfekt machen zu müssen. Einfach mal anfangen mit irgendetwas. Alles andere entwickelt sich automatisch, das ist ein ganz natürlicher Kreislauf.

Und das Tolle ist: die Kinder kann man wunderbar bei dem Denkprozess mitnehmen, sie haben sogar Spass daran! Und wenn man sieht, dass die eigenen Kinder ein Bewusstsein für etwas entwickelt haben, Dinge zu schätzen wissen und nicht achtlos mit der Umwelt umgehen, dann ist das einfach eine ganz tolle Sache!

Hinter dem Blog www.undeinepriseliebe.com steht Sarah, 33, Mama von zwei Kindern. Sie schreibt über die vielen schönen Dinge des Lebens – Kochen, Backen, Reisen, Basteln, die Liebe und das Erleben und Entdecken – schaut unbedingt mal bei ihr vorbei!

Alles Liebe ,

Eure Tina

Ein Kommentar zu „Nachhaltigkeit und Familie – wie geht das? Einfach mal anfangen! (Gastpost)

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