Die vorbereitete Umgebung: Kleinkindern viel Selbstständigkeit im Badezimmer ermöglichen

Das Bad ist heute der erste Teil unserer Montessori-Entdecker-Reihe zur vorbereiteten Umgebung – ich freue mich schon auf viele tolle Inspirationen aus euren Badezimmern! 😊 (Kennt ihr schon die Montessori Entdecker? Schaut doch mal hier auf Facebook oder hier vorbei, da erfahrt ihr mehr dazu!) 

Erstmal möchte ich euch heute aber unsere Badezimmerlösung vorstellen, die dem Mini viel Selbstständigkeit ermöglichen soll. Denn darum geht es – ganz stark vereinfacht gesagt – bei der vorbereiteten Umgebung bei Montessori: die Umgebung so an das Kind (seine Größe, deine motorischen Fähigkeiten) anzupassen, dass es sich darin selbstständig bewegen kann.

Der Mini ist nun fast 28 Monate alt – als wir vor einem Jahr ins Haus gezogen sind, haben wir tatsächlich noch für eine kurze Zeit ganz klassisch den Wickeltisch wieder aufgebaut. Schnell wurde mir das mit unsererem sehr aktiven Sohn aber einfach zu gefährlich: er turnte mittlerweile so wild beim Wickeln herum, dass ich mindestens sechs Hände gebraucht hätte, um ihn sicher festzuhalten. Hinzu kam, dass er den Wickeltisch/das Wickeln mit einem Mal auch nicht mehr toll fand – da half auch kein Spielzeug, kein Mobile, kein Singen und kein Spaß machen.

Kurzerhand habe ich dann eines Nachmittags den Wickelaufsatz in den Keller verfrachtet, eine Laufstall-Matratze mit hochgebracht und entschieden, dass wir nun im Bad auf dem Boden wickeln, anziehen und alles das machen, was man so auf einem Wickeltisch tut.

Der Mini fand das großartig! Er konnte sich endlich wälzen, zwischendurch aufstehen und selber sehr viel aktiver beim anziehen oder Zähne putzen sein. Generell achten wir darauf, alles was wir beim Anziehen und bei der Körperpflege tun, zu erklären und es langsam zu tun. Auf diese Weise kann der Mini die einzelnen Handgriffe beobachten und zum Teil auch schon selbst übernehmen.

In unserem Bad liegt also nun eine kleine Matratze auf dem Boden. In einer Schublade im Badezimmerschrank sind seine Windeln und Feuchttücher in Griffweite verstaut.

Minis Kleidung liegt normalerweise auf seinem Tritthocker für ihn bereit, selten allerdings so ordentlich wie auf diesem Foto. 😉 Wenn der Mini den Hocker durchs Bad schiebt, weil er an etwas heranmöchte, fliegen die Sachen ohnehin gleich in die Badewanne. Unsere Kleideraufbewahrung zeige ich mal in einem eigenen Post.

Zwei kleine Kleiderhaken auf seiner Höhe sind für den Schlafanzug bestimmt. Manchmal hängt er da auch. Heute zum Beispiel! 😉

Ach so, übrigens ein Ernst gemeinter Disclaimer: so sieht unser Bad morgens natürlich nicht aus, wenn der Mini fertig ist! Ich habe für die Fotos wieder aufgeräumt, das Thema Ordnung ist im Moment hier ein ganz eigenes…

Zu Beginn hat der Mini beim Waschen den Tritthocker an unserem Waschbecken benutzt, leider ist das eine eher wackelige Angelegenheit und ich habe ihn vor meinem geistigen Auge schon mehrfach bei waghalsigen Kletterversuchen abstürzen sehen. Außerdem hängt unser Spiegelschrank leider so hoch, dass er sich darin nicht sehen kann.

Deshalb ist als Zwischenlösung vor kurzem nun dieses Badewannen-Waschbecken eingezogen: die Höhe ist perfekt für ihn!  Er liebt den Spiegel und zieht jetzt immer lustige Grimassen beim Zähne putzen. 😉 Man kann das Waschbecken ganz leicht über die Badewannenbrause mit Wasser befüllen und es hinterher mit dem integrierten Stöpsel wieder ablassen. (Ratet, was der Mini am liebsten tut…? Richtig: den Stöpsel ziehen und fasziniert von allen Seiten beobachten wie das Wasser abläuft!)

Ich finde das eine tolle Zwischenlösung -und ich glaube der Mini mag „sein“ Waschbecken auch. Einen Haken hat es allerdings: da es nur auf den Wannenrand gesteckt und festgeklemmt wird, kann ein starker Zweijähriger es ohne Probleme alleine abziehen. Auch mit Wasser drin. 💦🙈 Eine Kanne zum Wasser einschütten wäre nach Montessori eigentlich noch eine perfekte Ergänzung (statt der Benutzung der Handbrause) – leider haben wir bisher noch keine geeignete in der richtigen Größe gefunden. Tipps sind sehr willkommen!!

So, das war unser Badezimmer, oder zumindest der aktuelle Stand davon. Ich versuche immer dann etwas zu verändern, wenn ich merke das Abläufe nicht mehr gut funktionieren – und bin sehr gespannt wie der baldige Kindergartenstart unsere Routinen zu Hause beeinflussen wird!

Jetzt bin ich neugierig, auf all die anderen Badezimmer-Einblicke hier bei den Montessori-Entdeckern auf Facebook – viel Spaß beim Lesen und Durchstöbern an unserem ersten Montessori-Montag!

Alles Liebe,

Eure Tina

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4 Kommentare zu „Die vorbereitete Umgebung: Kleinkindern viel Selbstständigkeit im Badezimmer ermöglichen

  1. Hallo Tina,
    Ein toller Artikel! Ich bin schon ganz gespannt auf weitere Räume 😉
    Ich fange gerade an mich mit Montessori zu beschäftigen und merke einfach wie viel wir schon umsetzen ohne die Theorie dahinter wirklich gut zu kennen.
    Unser kleiner Großer (22Monate) wird zB schon lange auf dem Boden gewickelt. Natürlich auf einer Unterlage 🙂 Selbstständig wird hier schon viel erledigt. Toll finde ich auch die Idee mit dem Mini Waschbecken! Unser Kl3ttermax kommt nämlich nicht an den Hahn und der Versuch dran zu kommen ist oft abenteuerlich 😀
    Hast du das so gekauft oder selbst gebaut? Würdest du vielleicht einen Link verraten.
    Liebe Grüße und vielen Dank!

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  2. Hallo Tina!

    Schön und vor allem praktisch ist das euren Kleinen im Badezimmer! Wir haben für unsren Großen von Ikea ne Kanne gefunden, die sich dafür sehr gut eignen könnte. Sie heißt Sockerärt und es gibt sie in 2 Größen. Unser Kleiner ist begeistert!

    Gefällt 1 Person

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