Essanfänger – auf was muss Mama achten? (Gastbeitrag)

Heute habe ich hier auf Kind | Küche | Chaos einen Gastbeitrag von Moana alias Miss Broccoli für euch! Als ich mit dem Blog begonnen habe, war die Breizeit des Minis gerade schon vorbei – deshalb gab es damals hier nur einen kleinen Abschiedspost zum Brei – und keinen wirklichen Text zum Thema Beikost. Viele von euch haben aber ja noch kleine Kinder uns stellen sich viele Fragen rund um das Thema Beikost – und genau darüber schreib Moana heute für euch – viel Spaß beim Lesen!

Karottenbrei

Was ist BLW? Wann ist das Baby bereit für den ersten Brei? Wann darf es was essen? Ob das Kind ein guter Esser wird, kann ich nicht garantieren, aber einige gute Tipps zum Vorgehen oder den nützlichen Utensilien, damit die Mama gut vorbereitet ist, gebe ich gerne weiter.

Wenn der Säugling klein ist, macht man sich ja noch wenig Gedanken zum Essen, das Baby ist pflegeleicht wird gestillt oder bekommt den Schoppen. Doch irgendwann ab ca. 4 Monaten beginnen Babys sich für das Essen und die feste Nahrung zu interessieren. Das ist auch gut so, und gehört zur Entwicklung im ersten Jahr. Es ist übrigens nicht schlimm, wenn das Baby sich erst später dafür interessiert, da müssen sich Mamas keine Gedanken machen!

Grundsatzentscheid: Brei, selbstgemacht, Gläschen oder BLW?
Als erste Frage muss man sich als Mama damit auseinandersetzen, ob man den Brei selbst machen möchte oder mit Gläschen-Brei starten möchte. Als Alternative gibt es die Baby Led Weaning Methode, bei der man den Brei weglässt und direkt mit weicher aber fester Nahrung beginnt. Dabei ernährt sich das Baby selbst und man umgeht die Breizeit (Voraussetzung: es muss die weiche Kartoffel oder Karotte selbst halten können). Bei BLW ist wichtig zu wissen, dass man länger stillt, da das Kind oft nur wenig feste Nahrung isst und man zusätzlich stillen sollte.

Ich empfehle den Brei selbst zu machen aus folgenden Gründen:

  • Du weisst, welche frischen Zutaten du in den Brei mixt
  • Du kannst selbst entscheiden, was das Baby essen soll (welche Kombination)
  • Der Geschmack ist authentisch, frisch, vielfältig. Gläschenkost schmeckt oft anders, und einfach nicht wie frisch.

Der Nährstoffgehalt von Gläschenkost ist sicher nicht viel schlechter als selbstgemachter Brei. Auch beim selbstgemixten Brei empfiehlt es sich, nicht mehr als 10 Minuten zu kochen, um das Gemüse nicht zu verkochen. Auch die Hygiene wird bei gekauftem Brei streng eingehalten, aber oft hat es Zusatzstoffe, die nicht sein müssten.

spinat-erbsen-brei

Brei selber herstellen, einfrieren und Menge:
Einen Brei herzustellen ist ganz einfach: Das Gemüse seiner Wahl klein schneiden, je kleiner desto schneller ist es gar, mit wenig Wasser maximal 10 Minuten kochen.

Brei pürieren:
Ich habe den Brei immer mit dem Stabmixer direkt in der Pfanne gemixt. Das war am einfachsten. Es gibt aber auch Breimixer und Vitamix etc. Alles was mixt, passt! Danach 1 EL Rapsöl (für die Aufnahme der Vitamine, das Fett und Omega3 Fettsäuren) hinzufügen. Rapsöl enthält am meisten Omega 3 Fettsäuren. Beim eingefrorenen Brei sollte man das Öl erst nach dem Auftauen dazugeben.
Die Menge in den ersten paar Monaten ist vom Baby abhängig, meist reichen die kleinen AVent-Becher aus für eine Mahlzeit (ca. 130ml).

Brei abfüllen und einfrieren:
Selbstgemachten Brei kann man 48 Stunden im Kühlschrank lagern und 3 Monate im Kühlfach. Ich hatte immer zwei bis drei Portionen auf Lager, für wenn ich mal unterwegs war oder den Kleinen den Grosseltern zum Hüten gab.

Randen-Kartoffelbrei

Utensilien, die das Leben einfacher machen:

  • Tupper von Avent zum Einfrieren und Lagern des Breis
  • Löffel: da fand ich die dünnen Plastiklöffel von Ikea am besten
  • Ein Lätzchen mit Ärmeln und einen nassen Lappen oder Papiertücher – eine kleine Sauerei ist vorprogrammiert.
  • Eine Plastikunterlage unter dem Tisch (z.B. von Ikea) und ein Table Top von Stokke – so ist der Esstisch nicht zu stark mit Brei verschmiert.
  • Da ja oft die Mama mit dem Kind alleine zu Mittag isst, gibt es auf meinem Blog viele Rezepte für Mama & Baby. Sie essen somit dasselbe, nur für das Kind wird das Essen püriert ☺

mama und baby_rezept

Der erste Breiversuch – wann ist das Baby bereit?
Wenn das Baby immer mit gierigen Augen zuschaut, wie die Eltern essen oder wenn es mit den Fingern in den Teller greifen will, dann kann man es wagen einen ersten Versuch zu machen. Das ist ab ca. vier Monaten der Fall, kann aber auch gut erst mit fünf oder sechs Monaten sein.
Wichtig ist: das Baby muss zuerst lernen, etwas Festes zu schlucken. Einige können dies von Anfang an, andere müssen es lernen. Wenn es schluckt, ist es bereit. Starten kann man mit Kürbis- oder Karottenbrei. Ein Rezept gibt es hier auf meinem Mama Foodblog.

Die erste Woche
Für die erste Woche empfiehlt es sich, zuerst 2 Karotten zu kochen, pürieren und in Eiswürfel-Formen abzufüllen und einzufrieren. So kann man jeden Mittag einen Würfel rausnehmen und dem Baby zusätzlich (vor oder nach dem Stillen/Schoppen) zum Probieren geben.  Ab der zweiten Woche kann man die Menge erhöhen. Man bleibt vorerst beim Mittagessen, die übrigen Mahlzeiten sind Stillen/Schoppen.
Ab der dritten Woche kann man ein zweites Gemüse ausprobieren. Einen guten Ernährungsplan fürs erste Jahr gibt es unter diesem Link – hier ist auch beschrieben, wie man weitere Mahlzeiten einführen kann.

Das Baby isst – wie weiter?
Sobald das Baby gut isst, wird empfohlen, jede Woche ein neues Gemüse auszuprobieren oder auch mal zwei Gemüse zu mixen.
So führt man das Baby laufend an neue Geschmacksrichtungen hin und gewöhnt die Verdauung an die neue Nahrung. Ab der 3. oder 4. Woche können Kartoffeln darunter gemixt werden.
Nach ein bis zwei Monaten nur Gemüse kann man Getreide (Hirsemehl zum Beispiel) oder Flocken oder Nudeln oder Reis darunter mischen und pürieren. Auch Früchte kann man nun hinzufügen.
Ab ca. acht oder neun Monaten – wenn das Baby gut isst – kann man dann versuchen, nur noch mit der Gabel zu verdrücken oder weniger fein zu pürieren. So lernt das kleine Kind immer besser, zu kauen und schlucken.
Irgendwann probiert es auch selbst und knabbert und lutscht an einem Stück Brot, einer Karotte oder Banane. Dann hat die Zeit des Fingerfoods begonnen! Jetzt ist das Baby auf gutem Weg zur festen Nahrung und dem Essen vom Familientisch. Mit etwa einem Jahr sagt man, kann das Baby essen, was wir essen, zu Beginn noch mit der Hand, dann immer öfter mit Löffel oder auch mal Gabel.

Verbotene Lebensmittel vor dem 1. Geburtstag:

Salz (wenn, dann nur wenig verwenden)
Nüsse (Verschluckungsgefahr)
Quark (zu schwer, zu viel Eiweiss)
Rohe Kuhmilch unverdünnt
Rohkost
Tofu
Hülsenfrüchte
Rohe Eier
Salat
Honig
Scharfe Gewürze, zu viel Knoblauch und Zwiebeln

Vegetarisch vs. Fleisch
Ob man sein Kind vegetarisch oder nicht ernährt, ist Kultur der Familie. Gegen die vegetarische Ernährung spricht nichts, wenn man darauf achtet, genug Eisen-reiche Lebensmittel (Hirse, Spinat, Broccoli, Mandelmus) und Eiweiss-reiche Lebensmittel zu geben (Hülsenfrüchte, Käse, Tofu ab 1 Jahr, Mandelmus, Hirse). Wenn man sich für Fleisch entscheidet, sollte man ab dem 2. Monat Brei ab und zu Fleisch untermischen. Ansonsten gibt es auf dem Blog http://www.missbroccoli.com viele vegetarische Rezepte ab dem ersten Babybrei bis zum Fingerfood.
Und nun viel Spass beim Essen, üben und es sich schmecken lassen! Und nicht vergessen, mit der Hand essen macht immer noch am meisten Spass!

Über unsere Gastautorin:

Moana bloggt als Mama Foodbloggerin Miss Broccoli. Sie liebt Gemüse, gutes Essen und die kleinen schönen Dinge im Leben. Moana arbeitet seit bald sechs Jahren in der Gemüsebranche und ist somit an der Quelle dieses spannenden Nahrungsmittels, welches auch die Hauptrolle in ihren Rezepten, Ernährungstipps oder Gemüse-Infos spielt. Auf ihrem Blog findet man alles vom ersten Gemüse-Babybrei bis zu gesunden Familienrezepten. Alles vegetarisch (teilweise vegan), da ihre Familie kein Fleisch und Fisch isst. Als arbeitende Mama mit einem kleinen Sohn bloggt sie in der Rubrik Mamablog auch über Themen, die sie im Alltag bewegen.

www.missbroccoli.com
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