Ein Hochsommertag – die Mama-Edition

Hier habe ich ja schon einmal berichtet, wie bei uns so ein normaler Morgen im Bad aussieht – und irgendwie hatte ich heute Lust, die „Mama-Edition“ von ganz normalen Alltagssituationen einmal weiterzuführen. Aus gegebenem Anlass daher heute „Ein Hochsommertag“ in der Spezialausgabe für Mütter. Kleinkindmütter, um ganz genau zu sein. Viel Spaß beim Lesen!

4.00 Uhr: * Patsch, patsch, patsch. * Irgendwo in meinem Traum kommt ein vertrautes Geräusch an. Aha, nackte Kinderfüsse auf Fliesen. Nur wenige Moment später flüstert es in mein rechte Ohr – „Mama. Großes Bett.“ Na klar, es sind ja nur gefühlte 38 Grad, da schläft es sich ja prima eng aneinandergekuschelt. 😉 Also schmeiße ich den Mini in die Bettmitte, atme kurz den vertraut-geliebten Kleinkindduft ein und mache die Augen wieder zu.

4.10 Uhr: Wir schlafen mit einer achtarmigen Krake im Bett.

4.15 Uhr: 12-armig. Mindestens.

4.20 Uhr: „Mama…?“ „Is nass.“ Damit erklärt sich dann auch das rumgewälze. Wir machen einen kurzen Wickel-Boxenstopp und danach ziehen der Mini und ich in sein Bett um, damit wenigstens einer von uns dreien noch ein bisschen Schlaf bekommt.

4.40 Uhr: „Mama..?“ „Is waaaaaam.“ Ja, Spatz, ich weiß, aber daran kann ich gerade leider nichts ändern. „Oma faaahn?“ Ja, das machen wir heute aber viel später, Schlaf noch ein bisschen, ok?

Was dann glücklicherweise auch passiert.

6.50 Uhr: Ich werde davon wach, dass der Mini über meinen Kopf aus dem Bett krabbelt. Aber hey: es ist fast sieben Uhr!! Wir stehen auf, ziehen das nötigsten an und reißen erstmal alle Fenster auf. Kurzes Frühstück – und dann schnell raus in den Garten, bevor es zu heiss wird.

7.30 Uhr: Mini, * flüster *, wir sind jetzt im Garten aber leise, ja? Die anderen Leute schlafen vielleicht noch. Mini verschwindet in seinem Spielehäuschen und murmelt flüsternd „ja, wir ostern. Ganz leise…“. Fragt mich bitte nicht, warum er Ostern und Flüstern miteinander verbindet, ich habe keine Ahnung.

7.35 Uhr: Ich greife zufrieden nach meiner Kaffeetasse und genieße die laue Morgenluft, als das Fenster des Spielehäuschens auffliegt. „MAMA!!! LEISE. DIE LEUTE SCHLAFEN NOCH!!!!“ Tja. Jetzt bestimmt nicht mehr.

7.45 Uhr: „MÜÜÜÜSSSIII ESSE, JA?!! DIE LEUTE SCHLAFEN!!! LEISE!!!“ Ich glaube, wir gehen besser wieder rein und überlege, wohin das Schlafzimmerfenster der Nachbarn im Ruhestand zeigt. Hoffentlich nicht nach hinten.

8.30 Uhr: Nachdem der Mini drinnen eine Riesenschale Müsli vertilgt hat, möchte er wieder nach draussen und wir nutzen die Gelegenheit, bevor das Wetter tropisch wird. Wir holen das Planschbecken raus und lassen Wasser reinlaufen, sehr zur Freude der kleinen Wasserratte. Ich erkläre, dass wir heute Abend richtig ins Planschbecken schwimmen gehen, das Wasser jetzt aber noch zu kalt sei. Der Mini holt begeistert seine Plastik-Boote aus dem Spielehaus, um sie auf dem Planschbecken-See schwimmen zu lassen.

8.35 Uhr: Kaffee, der zweite Versuch. Ich kippe den ersten – kalt gewordenen Kaffee – weg und mache mir einen frischen. Dabei sinniere ich darüber nach wie groß wohl die Menge von zubereitetem, aber nicht getrunkenem Kaffee bei mir wohl so ist. Vielleicht muss ich ja gar kein schlechtes Gewissen wegen meine Kaffeekonsums haben…?

8.40 Uhr: Eindeutig zu lange sinniert. Aus dem Garten höre ich die fröhliche Ankündigung „Ich duuuusche….“ – leider zu spät. Im nächsten Moment hat der Mini sich einen Eimer Wasser übergegossen. Und ist patschnass. Inklusive der neuen Sandalen. Ja, selber schuld – was bin ich auch so ungenau. Ich hatte nur gesagt, er darf nicht reingehen, von nicht-duschen war keine Rede. „Isss kalt“, findet er. Ja, das kann ich mir vorstellen.

9.00 Uhr: Der Mini ist umgezogen und räumt das Speisehaus auf. Ich greife nach meinem Kaffee und entscheide mich, den jetzt einfach kalt zu trinken. Ist eh besser bei dem Wetter. Die Temperaturen steigen, die Sonne erreicht unseren Garten – Zeit für das beliebteste Eltern-Kind-Sommerspiel überhaupt: EINCREMEN! Ich zücke die LSF 50 Kindersonnenmilch in der praktischen Sprühflasche und positioniere mich taktisch günstig neben der Tür des Spielehauses. Der Mini guckt einmal prüfend und macht keine  Anstalten das Häuschen zu verlassen. Soll mir auch Recht sein, da drin ist es ja schattig.

9.15 Uhr. Die 12-armige Krake ist wieder zurück – pünktlich zum Eincremen.

10.00 Uhr: Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wer jetzt mehr Sonnencreme abbekommen hat. Der Mini, ich oder das Spielehaus…?  Langsam wird es wirklich warm und der Garten liegt mehr und mehr in der Sonne.

10.20 Uhr: Ich locke den Mini mit einem liebevollen zubereiteten Obstteller und dem Versprechen alle Bobo Siebenschläfer-Geschichten vorzulesen wieder nach drinnen. Da hat sich das Eincremen ja richtig gelohnt heute. „Gaaaaaaaaaaaaten!“, fordert er immer wieder – aber der liegt leider inzwischen in der prallen Sonne. Dass ich völlig verschwitzt bin, liegt inzwischen nicht mehr ausschließlich an den 30 Grad Außentemperatur.

11.00 – 16.00 Uhr: Hurra, heute ist ja Omatag! Einmal in der Woche treffen sich der Mini und seine Cousine bei meiner Mutter zum Spielen. Meine Schwägerin und ich dürfen auch mitkommen, werden aber von unseren Kindern auf die Ersatzbank verbannt. „Nein! Oma soll!!“, gehört zum Standardrepertoire an diesem Nachmittag. Glücklicherweise ist es bei meiner Mutter angenehm kühl – was die beiden Zwerge dazu nutzen, nonstop um die Wette zu rennen. Ich kann mich eigentlich nicht mehr daran erinnern, wann ich den Mini das letzte Mal gehen gesehen habe – es wird immer überall hin gerannt, auch bei diesem Wetter. Schweißgebadet machen beide Kinder dann irgendwann erschöpft Mittagsschlaf.

16.00 Uhr: Wir fahren wieder nach Hause, der Mini erklärt mir bereits im Auto, dass er jetzt im „Gaaaaaten pieln, Panschbecke rein“ möchte. „Mit Wassa!“ Aber klar doch, ohne wäre auch langweilig.

16.30 Uhr: Wir sind im Garten angekommen, Mini hat Badeklamotten an, ist barfuss – eigentlich kann jetzt nichts mehr schiefgehen. Eigentlich.

16.32 Uhr: Ich lasse seufzend meine Füße ins das kalte Planschbecken sinken und genieße das immer noch ziemlich kalte Wasser. Herrlich! Mein Sohn sieht das anders. „NEIIIIIIN.“ Böser Blick vom Zweijährigen, ich habe anscheinend etwas falsch gemacht. „Füße nich. Zu klein!!!“ Aha. Das Kleinkind findet das Planschbecken zu klein für ihn und meine Füße. Ich lege ein größeres Planschbecken in unseren Amazon-Warenkorb und grinse ein bißchen vor mich hin. Soll mir Recht sein, dann könnte ich mich auch mal reinsetzen. Falls der Mini mir das dann erlaubt.

17.30 Uhr: Erinnert ihr euch noch an der Wort „eigentlich“ einen Absatz weiter oben? Jetzt kommt eigentlich. Eigentlich hat der Mini sich super im Planschbecken beschäftigt. Gut, er hat alles mögliche darin versenkt, diverses Grünzeug schwimmt auch darin – aber er war hervorragend beschäftigt. Bis jetzt.

Jetzt wird unser Quellstein interessant. „Kommt Wassa raus“, murmelt der Mini beeindruckt. Ich lächele versonnen, klopfe mir auf die Schulter weil ich so ein aufgewecktes Kind habe und schaue wieder in mein Buch. WIE SO EINE ANFÄNGERMUTTI.

17.35 Uhr: „KOMMT WASSA RAUS!!!“, höre ich, bevor mich ein Schwung desselbigen trifft. Und die Wohnzimmerfenster. Und den Tisch. Oder um mal die positive Seite zu beleuchten: gießen muss ich den Garten jetzt heute Abend nicht mehr. Der Mini hat nämlich den glitschigen Quellstein erklommen und sich einfach oben drauf gesetzt. Das Wasser läuft nun nicht mehr friedlich gluckernd am Stein runter, sondern spritzt wie ein wildgewordener Rasensprenger in alle Richtungen. „VIIIIIEL WASSA!“, brüllt der Mini begeistert, den ich erstmal wieder vom Stein runterpflücke. Huch, schon Zeit fürs Abendessen. Sowas…

18.00 Uhr: Der Mini ist sauber, trocken und stinkbeleidigt, dass ich ihm den Wasserspaß im Garten nicht gönne. Wo es doch gerade erst lustig wurde! Ich serviere Marmeladenbrot zum Abendessen und hoffe, dass das die Laune ein wenig hebt – klappt!  Unsere abendliche Puky/Bobbycar-Runde muss allerdings ausfallen, es ist immer noch brütend heiß. Das versprochene Gewitter lässt leider auf sich warten und uns hängen.

19.00 Uhr: Ich frage den Mini, ob er denn jetzt nicht mal ins Bett gehen möchte. „Nein. Weiterpieln. Mit Autos.“

19.15 Uhr: Ich frage den Mini, ob er denn jetzt nicht mal ins Bett gehen möchte. „Nein. Weiterpieln. Lesen.“

19.30 Uhr: Ich frage den Mini, ob er denn jetzt nicht mal ins Bett gehen möchte. „Nein. Weiterpieln. Was maaaaln.“

19.45 Uhr: Ich frage den Mini, ob er denn jetzt nicht mal ins Bett gehen möchte. „Nein. Weiterpieln. Die Tiere hörn.“ * Heul *

20.00 Uhr: Ich frage den Mini, ob er denn jetzt nicht mal ins Bett gehen möchte. „Nein. Nein. Nein.“ * trällert, leicht irre * And its gonna be a long night….

20.10 Uhr: Mir reichts, jetzt wird geschlafen. Der Mini hat bereits Zähne geputzt (zweimal, doppelt hält besser findet er) und den Schlafanzug an, also verfrachte ich ihn ins Bett und verspreche noch eine Hörspiel-CD. Warum verdammt nochmal ist es im Sommer so unendlich lange hell? Hat da auch mal einer an die Eltern gedacht?

20.20 Uhr: Wir haben eine Folge Leo Lausemaus gehört. Der Mini liegt neben mir in seinem Bett. „Mama müüüüde. Bisschen slafen“, stellt er völlig richtig fest. Und macht mir auch gleich seine Schaf-Spieluhr an.

20.30 Uhr: Gleichmäßiges Atmen neben mir. Ha! Soviel zu „nis müde“. Ich schäle mich aus dem Bodenbett raus, sortiere meine Knochen und überlege, ob ich mir nun zuerst was zu essen mache oder lieber gleich eine Folge… „Mama?“, unterbricht der Mini meine Gedanken. Ok, offenbar liege ich zuerst noch eine Runde im Dunkeln im Kinderzimmer.

20.45 Uhr: Der Mini schläft. Ich auch. Fast zumindest. Ich inhaliere noch einmal kurz den Sonnencreme-Kleinkindduft und mache die Augen wieder auf. Diesmal schläft unser kleiner Duracell-Hase wirklich und ich freue mich, dass ein Mann auch bald nach Hause kommt.

Einmal, wirklich – nur einen Tag lang hätte ich gerne mal die Energie eines Kleinkindes. Während ich bei >30 Grad nur noch apathisch in der Ecke hänge (also theoretisch, wenn ich kein Kind hätte), flitzt der Mini den ganzen Tag von schräg nach gerade – und ist abends noch nichtmal sonderlich müde. Einmal. Was ich da alles schaffen könnte…?

Sonnenmüde Grüße,
Eure Tina

 

 

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