So gross – und ganz klein.

Er ist schon so groß. Das denke ich jeden Tag mehrmals, wenn ich den Mini ansehe. „So gooooß“ erklärt er jedem stolz, der ihn fragt, wie alt er ist. Inzwischen kann er so gut artikulieren, was er möchte und was nicht. Müsli, Käsebrot, Mama helfen, Pielplatz, nach Hause, Musik an/aus, zu warm/laut/eng – er ist da sehr deutlich. Er möchte alles „aneine“ machen, egal wie schwierig etwas auch ist. Er wird furchtbar wütend, wenn etwas nicht klappt wie er es sich vorgestellt hate. Das Auto, in der falschen Farbe eingepackt, lässt dicke Tränen kullern. Die Banane, die ich morgens leider nicht „wieda danz“ machen kann, nachdem ich sie fälschlicherweise in Stückchen geschnitten habe, ebenso. Manchmal rutscht mir heraus „och, mach doch nicht so ein Drama wegen eines Autos“ – und dann tut es mir gleich leid. Über was ich mich schon alles geärgert und sogar geweint habe, was eigentlich nicht so wild war – aber in diesem Moment eben schon -, das will ich hier lieber gar nicht aufzählen… Er kann seinen Namen sagen und Papas Namen weiß er auch. Er ist so unfassbar stolz, wenn er uns etwas erklärt und wir ihn verstehen. Dann strahlt er über sein ganzes Gesicht und wächst gleich nochmal zwei Zentimeter.

Es ist aber immer blöd, wenn es zu regnen anfängt und wir deshalb nach Hause gehen müssen. Wenn die Sonne richtig doll scheint und ich ihn mit Sonnenmilch eincremen möchte, ist das auch total doof. Ganz mächtig wütend macht es ihn, wenn er mal etwas nicht darf – weil es gefährlich oder zerbrechlich ist. Dann wird aus meinem kleinen Mini in nullkommanichts ein richtiger kleiner Wutzwerg. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man über unserer Stadt dann fast schon einen kleinen Atompilz sehen kann, wenn er so heftig explodiert. „Neinneinneinnein“, ist dann meistens das einzige, was er mir noch entgegenbrüllt. So laut er kann. Und das ist ziemlich laut.

Dann das Gefühl, wenn er seine kleinen Ärmchen um meinen Hals schlingst und mich an sich drückt. „Kussseln“ möchte er – wenn er müde wird, alles gerade irgendwie zu viel ist oder er länger konzentriert gespielt hat. Dann fällt ihm ein, dass er kurz auftanken möchte und er kommt zu mir. Und ist auf einmal wieder ganz, ganz klein.



Wartet mal, da war doch was? Ach ja: Hallo Trotzphase – schön, dass du da bist.

Du bleibst jetzt wohl eine Weile bei uns. Mit deinen heftigen Stimmungsschwankungen und der wackeligen Laune, den überbordenden Gefühlen und einem kleinen Menschen, der von alldem überrollt wird. Du bist ein besonderes Zwischending zwischen ganz klein und „so goooß“, zwischen „alles alleine“ und „ganz eng bei Mama und Papa“, weißt du das? Aber du hast das ja alles schon tausendmal gesehen. Wenn du wieder gehst, ist da ein größerer, stärkerer, eigenständigerer kleiner Mensch. Aber das dauert bei uns wohl noch etwas. Also mach es dir ruhig gemütlich und fühl‘ dich wie zu Hause.

Deine
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