Ein entspannter Abend im Restaurant. Mit Kleinkind.

Wer meinen Instagram-Feed verfolgt weiß, dass mein Mann und ich ein großes Laster haben: gutes Essen. Oder anders gesagt – wir sind Foodies! Früher waren wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit kulinarisch unterwegs und sind für ein interessantes Restaurant gerne auch mal ein Stückchen weiter gefahren.

Als der Mini dann zur Welt kam, haben sich die Prioritäten natürlich erst einmal etwas verschoben – und dann ist unser Radius schon ein wenig kleiner geworden. Aber wir frönen unserer Leidenschaft immer noch und greifen dann gerne auf die engagierten Großeltern als liebevolle Babysitter zurück. Aber natürlich wollen wir den Mini manchmal auch gerne dabei haben – schließlich ist das Essen gehen für uns neben dem Genuß auch Entspannung und Freizeit. Wir gehen also eigentlich relativ regelmäßig mit dem Mini aus und haben inzwischen eine Reihe von Kniffen, mit denen so ein Restaurantbesuch für uns alle eine schöne Erfahrung wird.

(1) – Bewegungsfreudiges Kleinkind & still sitzen im Restaurant – das Vorprogramm ist entscheidend.

Vorausschauende Planung – das hilft einem in den meisten Lebenslagen weiter. Wenn wir wissen, dass wir abends mit dem Mini essen gehen möchten, planen wir vorher einen sehr aktiven Tag. Wir gehen auf den Spielplatz, fahren Puky, toben im Streichelzoo – egal was, hauptsache draussen und mit viel Bewegung verbunden. Wenn der Mini abends im Restaurant mit uns am Tisch sitzen soll, dann müssen wir dafür sorgen, dass wir seinem Bewegungsdrang und seinen Spielbedürfnisse tagsüber gerecht werden. Also: raus an die frische Luft und Gas geben!

(2) – Timing, Timing, Timing

Früher sind wir oft erst gegen 20.30 Uhr oder auch später in einem Restaurant angekommen – wir waren schließlich beide berufstätig, bis man dann fertig und unterwegs war hat es seine Zeit gebraucht. Mit Kind ist das eine ziemlich schlechte Idee. Die explosive Kombination hungrig & müde gilt es bei einem Kleinkind unbedingt zu (Das gilt für mich übrigens genauso…)

Mit dem Mini sind wir meistens abends die ersten im Restaurant. So können wir davon ausgehen, dass er dort auch noch etwas essen möchte und nicht nach einer halben Stunde müde ist. Und ganz offen: wenn wir wie in (1) beschrieben, den ganzen Tag draussen rumgeturnt seid – dann sind wir selbst auch um 21 Uhr müde und froh wieder zu Hause zu sein.  😉

Wir legen ihn meistens nachmittags noch einmal zu einem Nickerchen hin, wenn wir abends mit ihm essen gehen. Eigentlich macht er ja keinen Mittagsschlaf mehr, aber ein bißchen die Augen schließen und dösen gegen 16 Uhr sorgt ebenfalls für weniger Müdigkeit am Abend.

(3) – Expectation Management, Teil 1: neun Gänge mit Weinbegleitung? Eher nicht.

Ja, diese Zeiten sind vorbei – wenn wir zu dritt unterwegs sind. Das ist schlicht und ergreifend zu viel verlangt von einem Kleinkind. Vorspeise, Hauptgang, Dessert – mehr haben wir bisher noch nicht geschafft, wenn wir mit dem Mini ausgegangen sind. Und das finde ich schon wirklich toll, dass er so viel Zeit im Restaurant mit guter Laune verbringen kann.

(4) – Der Mini bestimmt das Ende des Abends

Wenn wir ausgehen, dann nehmen wir unseren Sohn aus seiner Komfortzone, aus seinem gewohnten Tagesablauf und seiner Routine heraus. Ja, das ist dann da, wo der Spaß stattfindet, richtig. 😉 Das bedeutet aber auch, dass wir seine Grenzen respektieren. Für uns heisst das: wenn seine Laune sinkt, er müde wird oder sich einfach sichtlich nicht mehr wohl fühlt, beenden wir den Abend. Dann bleibt im Zweifel auch einmal ein bestelltes Dessert ungegessen und ein Espresso stehen. Dafür weiß der Mini, dass er nicht „durchhalten“ muss und seine Bedürfnisse und sein Wohlbefinden bei unserem Ausflug genauso zählen wie sonst auch.

(5) – Location, Location, Location

Das Ziel des Ausflugs ist gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig. Zum einen ist es sehr vorteilhaft, wenn man sich im Restaurant oder drumherum ein wenig bewegen kann. Ein kleiner Spaziergang zwischen den Tischen, in den Außenbereich oder an der Küchen-Durchreiche vorbei ist eine prima Beschäftigung, wenn man auf das Essen wartet.

Zum anderen achten wir auch darauf, dass wir generell in kinderfreundliche Restaurants gehen – und mit kinderfreundlich meine ich nicht Pommes & Chicken McNuggets auf der Karte, sondern eine wohlwollende Grundhaltung Kindern gegenüber. Das findet man natürlich erst dann heraus, wenn man einmal dort war. Und kann sich das für das nächste Mal merken. Übrigens können auch schicke, schöne und ruhige Restaurants ausgesprochen kinderfreundlich sein. Die entspanntesten Abende bisher hatten wir wohl in einem kleinen französischen Lokal in Köln, in dem wirklich jeder ein nettes Wort und ein Lächeln für den Mini hatte, der Chefkoch ihm zeigte, dass er Kinderzeichnungen seiner Töchter auf dem Arm tätowiert hat und er ein richtiges „Mini“-Gedeck bekam: mit Kuchengabel, Buttermesser und Serviette. Probieren geht über studieren.

(6) – Be prepared – Vorbereitung ist ALLES

Böse Zungen behaupten, dass andere Familien mit unserem Restaurant-Gepäck ein langes Wochenende in den Urlaub fahren. 😉 Wir haben immer einiges dabei: kleinere Bücher, seine heißgeliebten Autos (gerne auch ein neues Auto, das dann in aller Ruhe entdeckt werden kann), Puzzles, Malsachen – und natürlich etwas zu essen. Doch dazu später mehr.

Mit den mitgebrachten Spielsachen und der spannenden Umgebung ist unser Sohn meistens eine ganze Weile sehr gut beschäftigt.

(7) – Mein Kind mag das Essen woanders nicht.

Das ist bei uns oft ganz unterschiedlich: mal kriege ich kaum etwas von meinem Gericht ab, mal verschmäht der Mini dieses genauso die eigens für ihn gemachten, sonst so beliebten Nudeln mit Tomatensauce. Man steckt einfach nicht drin. Wir handhaben es inzwischen so, dass es bereits bevor wir aufbrechen zu Hause eine Kleinigkeit für ihn zu essen gibt. Wenn dann im Restaurant alles zu aufregend zum essen ist, hat er wenigstens schon etwas im Bauch.

Wenn es etwas geeignetes gibt, bestellen wir ein kleines Gericht für ihn, ansonsten darf er bei uns probieren, wenn er möchte. Und wir haben immer noch etwas dabei, das er besonders gerne isst: Erdbeeren, ein paar Kekse oder Frucht-Reiswaffeln – schließlich soll das Ganze ja auch für ihn ein kulinarisch besonderer Ausflug werden! 😉

(8) – Eine besondere Erfahrung für alle – macht es dazu!

Apropos besonders: ein Abend im Restaurant ist etwas Besonderes. Etwas besonders Schönes! Macht es ruhig dazu. Da darf auch einmal aus einem hübschen Wasserglas mit Stiel getrunken werden, genau wie Mama und Papa; es gibt vielleicht ein neues Auto oder ein neues Pixie-Buch – oder einen Nachtisch von der Karte? Wenn wir uns als Eltern mit so einem Abend einen Wunsch erfüllen und etwas Besonderes gönnen, dann gilt das für den Kleinsten am Tisch genauso.

(9) – Expectation Management, Teil 2 – die Nacht wird lang.

Ihr kommt spät am Abend wieder nach Hause, eurem Kind sind im Auto schon fast die Augen zugefallen – ihr seid euch sicher, dass er oder sie jetzt den Rest der Nacht schläft wie ein Stein. Tja, bei uns ist das leider falsch gedacht. Der Mini ist nach einem abendlichen Ausflug meistens aufgekratzt und muss vor dem Einschlafen erst noch einmal alles erzählen, was wir so gesehen und erlebt haben. Das dauert natürlich eine Weile, ist ja klar. 😉 Auch die Nacht ist meisten ein wenig unruhiger als üblich.

Ach ja, auch auf die Gefahr hin jetzt zu spoilern: nur weil euer Kind zwei Stunden später im Bett war als üblich, heißt das natürlich NICHT, dass es am nächsten Morgen zwei Stunden länger schläft. Euer kleiner süßer Wecker wird pünktlich auf die Minute die Augen aufmachen, versprochen.

(10) – Relax.

Der letzte und der schwerste Punkt auf der Liste. Den meisten Stress im Restaurant macht einem oft nicht das Kind, sondern man selber. Ist das jetzt zu laut? Stört er den Nebentisch? Und wenn jetzt der Teller fällt? (Fun Fact: bei uns ist erst zweimal etwas zu Bruch gegangen. Und das war beidesmal mein Mann.) Entspannt euch und genießt den Abend. Die meisten Blicke von anderen Gästen bildet man sich ja doch nur ein.

Wir sind meistens „vor der Masse“ unterwegs, das bedeutet, dass wir schon fast wieder aufbrechen, wenn am Nebentisch das romantisch-zweisame Candlelight-Dinner startet und es richtig voll wird. Und wir haben bisher wirklich zu mindestens 95% nur positive Erfahrungen gemacht, wenn wir mit dem Mini unterwegs waren. Und in die anderen Restaurants geht man dann eben nicht mehr. Also: habt viel Spaß, genießt den Abend und habt zusammen eine gute Zeit!

So, das waren unsere „Tipps“, wenn wir mit unserem Kleinkind auf kulinarische Entdeckungstour gehen – ich hoffe, ihr fandet das interessant. Habe ich noch was vergessen? Habt ihr noch eine gute Idee? Immer her damit! Unsere kulinarische Bucket-List ist noch lang… 🙂

Viele Grüße,
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2 Kommentare zu „Ein entspannter Abend im Restaurant. Mit Kleinkind.

  1. Liebe Tina!
    Ich finde deinen Beitrag sehr gelungen! Für den nächsten Restaurantbesuch (wenn wir mal nicht auskommen), werde ich mir deine Tipps zu Herzen nehmen – vor allem Punkt 10 ist vermutlich mein Hauptproblem 😉
    Vielen Dank für den tollen Input!
    Schönen Abend noch 🙂
    Liebe Grüße,
    Ricarda

    Gefällt 1 Person

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