Ein ganz normaler Morgen im Bad: die Mama-Edition

Im Bad mit einem Kleinkind – dieser Zusatz ist wichtig! Und das normal kann man eigentlich auch streichen…

Ich habe schon viele Jahre eine große Leidenschaft für MakeUp und sammle es nicht nur, sondern benutze es tatsächlich auch sehr gerne. Mich hat kürzlich eine Freundin gefragt, wie ich es mit dem Mini eigentlich schaffe, (fast) jeden Morgen geschminkt das Haus zu verlassen.

Bitte, hier ist die Antwort! 🙂

6.15 Uhr: Ich gebe nach und auf. Der Mini ist wachwachwach und wird wohl auch keine Ruhe mehr geben. Also aufstehen, das Kind aus seinem Schlafsack pellen und davon überzeugen, dem Schnuller bis zum Mittagsschlaf Tschüss zu sagen. Dann: zweites Auge öffnen.

6.30 Uhr: Wir sind im Kinderzimmer III – formerly known as Badezimmer – angekommen. Der Mini schmeisst sich schwungvoll auf seine Wickelunterlage und fordert mit einem bestimmten „Maaauuuuu!“ eine Runde Maus & Elefant-Clips auf meinem Handy. Nix da, soweit kommt es noch. Ausziehen, wickeln, anziehen – was hier so einfach klingt, kostet in der Realität viele Neins, einiges an Schweiß und Verrenkungen meinerseits und etwa 15 Minuten. Ja, Frühsport wäre dann auch erledigt. Ich überschlage kurz, wieviele Windeln noch anstehen, bevor der Mini nicht mehr gewickelt werden muss und sich ganz alleine anzieht – und gehe dann lieber duschen.

6.45 Uhr: Ich dusche. Mein Publikum klebt von außen an der Glasduschtür und erwartet mindestens alle 15 Sekunden eine kleine Showeinlage. Andernfalls macht man sich selber auf die Suche nach weiterer Unterhaltung im Badezimmer. Und das will ja keiner. 😉

6.55 Uhr: Allseitiges Zähneputzen – der einfachste Part am Morgen, denn das macht der Mini wirklich gerne und mit Begeisterung.

7.00 Uhr: Der große Showdown – Haare föhnen und schminken. Ich mache dem Mini seine Lieblingsmusik an. „Rommel Bommel gihing spazieren, wollt ein neues Liehied prohobieren…“ Tja, irgendeinen Preis muss man bezahlen. Das Kind wirkt jedenfalls vorerst zufrieden.

7.02 Uhr: Ich trage Foundation auf. Und stelle die Flasche neben mir auf dem Waschbecken ab. Was für ein Anfängerfehler! Einen Hechtsprung später habe ich das teure Fläschchen wieder und kann mit dem Concealer weitermachen. Augenringe verstecken, ihr wisst schon. Ich klopfe den Concealer in Ruhe ein und… Moment?!? In Ruhe? Wo ist denn..? Ach ja, der Mini hat die Tamponpackung im Schrank gefunden und wirft sie einzeln in die Badewanne. Soll mir recht sein. Ein kurzer Blick auf die Verpackung – 72 Stück, das reicht mindestens für Rouge aufpinseln und Augenbrauen nachziehen.

7.07 Uhr: Yessss! Augenbrauen – check! Rouge – check! Hah, ich hab das morgens im Bad voll im Griff. Im Griff habe ich auch blitzschnell den Mini, der sich daran macht, hinter den Tampons her in die Badewanne zu klettern. Ich gebe ihm ein Buch, er nickt zufrieden und ich wende mich meinem Lidstrich zu.

7.10 Uhr: Gel-Eyeliner-Töpfchen auf, Pinsel rein, am äußeren Augenwinkel ansetzen und …RUMMSS!, rammt mir der Mini das soeben angereichte Buch mit der eindeutigen Aufforderung „Sesen!! Mach ma!“ gegen den Oberschenkel. Ich entferne den Pinsel aus meinem Auge blinzele kurz die Tränen weg und stelle fest: Augenlicht noch vorhanden. Währenddessen trifft mich das Buch zum zweiten Mal. Ich gehe in die Hocke und erkläre dem Mini, dass ich das Buch gleich gerne vorlese, aber noch schnell zwei Minuten brauche, um… „SEEEESEEEEEEEN!!!!“, gepaart mit einem einfach unendlich süßen Lächeln. Hach ja. Ganz kurz. 🙂

7.12 Uhr: Ich tausche das Vorlesebuch nach dem Lesen gegen das viel coolere, musikmachende Buch „Das Orchester der Tiere“ aus, bevor der Mini „nochmaaa!!“ fordern kann. Ich ziehe schnell den angefangenen Lidstrich zu Ende und tusche mir blitzschnell die Wimpern. Sieht halt auch blitzschnell aus.

7.14 Uhr: Während ich – begleitet von den harmonischen Klängen des Orchesterbuches und dem gleichzeitig laufenden „Häschen in der Grube“ – nach einem Lippenstift suche, fällt mir auf, dass es ungewöhnlich still hinter mir ist. Also nicht still-still, schließlich laufen ja gleichzeitig zwei Kinderlieder, sondern Kind-stellt-etwas-an-still. Besagtes Lieblingskind hat zwischenzeitlich das Bad verlassen, und liest im Kinderzimmer in seinem Schaukelstuhl das ursprünglich angefangene Buch „nochmaaa“ – alleine. Immer dieser Lärm im Bad, man braucht ja wirklich auch mal seine Ruhe!

7.15 Uhr: Der Mini legt das Buch beiseite, strahlt mich an und wir gehen nach unten. Ich brauche Kaffee. Aber hey, ich bin fertig. Und das nicht nur einfach so, sondern auch mit dem Schminken. 🙂 Auf dem Weg nach unten finde ich noch heraus, dass der kleine Mann heute morge „Müßiiii“ essen möchte und wir starten zusammen in den Tag.

So läuft das bei mir also jetzt morgens – irgendwie weniger effizient und deutlich langsamer als früher. Und mit einem nicht so akuraten Ergebnis. Aber dafür in bester Gesellschaft und sehr viel unterhaltsamer. 😉

Morgendliche Grüße,
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