Urlaub mit Kleinkind – Planen | Packen | Panik

Eine Sache, die sich mit dem Eltern-Werden bei vielen ändert, ist die Einstellung zum Urlaub, glaube ich. Also zumindest bei uns. Während man sich vorher einfach so auf den Urlaub gefreut hat, und am Abend vor der Abreise die wichtigsten Dinge in den Koffer geworfen hat, bedarf der Urlaub mit einem kleinen Kind doch ein wenig mehr Vorbereitung und sorgt bei mir – neben aller Vorfreude – auch für ein bisschen Muffensausen. Schließlich hat man den Alltag zu Hause ja ganz gut im Griff, aber in einer fremden Umgebung? 

Die Planung

Die große Frage lautet ja zuerst einmal, wohin es überhaupt gehen soll. In Zeiten vor den Mini haben mein Mann und ich gern spontan lange Wochenenden in schönen Städten verbracht und sind auch schonmal nur für fünf kurze Tage nach Kanada geflogen. Ja, Kurztripps gehen natürlich auch mit Kind. Also, vermute ich – haben wir noch nicht ausprobiert. Der Packaufwand ist nämlich etwa der gleiche, egal ob zwei Wochen oder drei Tage. Und ehrlich gesagt war mir das bisher zu viel Stress.

Fliegen oder nicht-Fliegen, auch da sind die Vorlieben ja ganz unterschiedlich. Ich finde es im Moment noch entspannter mit dem Auto in den Urlaub zu fahren – warum, könnt ihr im Abschnitt „Packen“ nachlesen. 😉

Generell sollte man sich bei der Auswahl des Urlaubsziels überlegen, wie dort alle Familienmitglieder auf ihre Kosten kommen. Städteliebhaber werden mit einem zweiwöchigen Urlaub im lauschigen Strandbad an der Nordsee vielleicht nicht so glücklich sein? Bei uns war die Frage schnell geklärt: wir fahren schon seit wir uns kennen regelmäßig in einen kleinen Ort an dem Nordsee, in dem ich es nicht nur einen schönen Strand und tolle Dünen, sondern auch einige sehr nette Restaurants gibt. Zwei Wochen Fischbrötchen machen mich nämlich nicht glücklich… 😉 Den Mini dürften Strand, Meer und Möwen zufrieden (und müde, toi toi toi) machen. So hoffen wir alle etwas Entspannung und Erholung zu finden.

Die zweite wesentliche Frage lautet: Hotel oder Ferienwohnung? Das ist Geschmackssache. Im Hotel hat man mit einem Kleinkind den Nachteil, dass man abends im dunklen Zimmer sitzt, wenn das Kind schlafen möchte. Eine Zimmer mit getrenntem Schlaf- und Wohnbereich schafft Abhilfe, ist aber auch direkt einiges teurer. Dafür muss man sich im Hotel um nichts kümmern.

In einer Ferienwohnung kann sich das Kleinkind besser austoben und die 37153617 mitgebrachten Spielzeuge zum Einsatz gleichmäßig verteilen. Ein weiterer Pluspunkt: Mama und Papa können abends im Wohnzimmer noch gemütlich ein Glas Wein trinken und einen Film gucken, während Mini nebenan erschöpft schlummert. (*schallendes Gelächter*)

Der Haken: irgendjemand muss die Spielzeugexplosion zwischendurch auf- und die Spülmaschine ausräumen.

Fazit: Irgendwas ist immer. 😉

Das Packen – oder: der Auszug aus Ägypten

Das Packen, Königsdisziplin der Vielreisenden! Seit wir Eltern sind, verfolge ich beim Packen das Motto „Viel hilft viel“, was meinen Mann dazu bringt, ab zwei Wochen vor dem Start in die Ferien mantramäßig bei jeder Gelegenheit zu erwähnen, dass er keinesfalls mit Dachbox fährt. Und gerne aus dem Heckfenster noch was sehen möchte. Damit sind meiner Packfreude natürlich enge Grenzen gesetzt. Eigentlich würde ich gerne alles mit in den Urlaub nehmen. Wenn ich Camping nicht ganz furchtbar finden würde, müsste ein Wohnmobil eigentlich die perfekte Lösung für mich sein. Aber Campingplätze & ich – das funktioniert einfach nicht.

Also: Kombi-Kofferraum, plus Rückbank-Sitz mit Fußraum, mehr darf ich nicht bepacken. Challenge accepted.

Eine tolle Packliste für Urlaube mit Kind findet ihr übrigens hier bei Nestling. Eine gute Idee sind auch sogenannte Thementaschen: eine Tasche für alles Snacks, eine Tasche für Spielzeug und Bücher, eine reine Wäschetasche – so findet man Sachen viel schneller. Ich fange einige Tage vorher immer an, mit die Dinge aufzuschreiben, die ich nicht vergessen darf. Ohne Zettel bin ich verloren!

Nächste Herausforderung – das Verstauen der mit Packliste und Nicht-Vergessen-Liste zusammengetragenen Sachen in den vorgesehenen Gepäckstücken. Führt meistens dazu, dass ich bei vielen Dinge feststelle, dass man sie vielleicht doch nicht SO dringend braucht.

Der finale Endgegner schließlich: das Verstauen des Gepäcks im Auto. Diesesmal habe ich das clever gelöst meinem Mann das Kofferraum-Tetris überlassen. (Wenn die Koffer sich auch auflösen würden, wenn man eine Reihe lückenfrei voll hat, hätte ich bei diesem Spiel übrigens auch schon ein höheres Level erreicht.)

Was bei uns im Gepäck nicht fehlen darf, sind die Wohlfühldinge des Minis und alle Bestandteile des Abendrituals – Lieblingsspielzeug, Nachtlicht, Gute-Nacht-Buch, Kuscheltiere. Wir haben übrigens schon ein paarmal vor dem Urlaub den Mittagsschlaf im Reisebett absolviert, damit es nicht völlig unbekannt ist.

Das Packen endet natürlich wie es enden muss: der Mini kriegt einen Koffer, eine Tasche und das Strandspielzeug und den Buggy und die Tasche mit den Snacks für unterwegs – und mein Mann und ich teilen uns einen Koffer.

That’s Familienurlaub. 😉

Kein Grund zur Panik – Entspannt euch, lautet das Motto!

Wie machen wir es uns entspannt im Urlaub? Wir haben uns diesmal für die Variante Ferienwohnung entschieden, werden aber sehr viel essen gehen, um möglichst wenig lästigen Haushaltskram zu erledigen. Wir vergessen unseren Alltagsrythmus und lassen uns ein bisschen durch den Tag treiben. Der Mini schläft auch mal später oder im Buggy, wir sehen das im Urlaub mal alles nicht so eng. Spätes ins Bett gehen beschert uns immerhin auch mal das ein oder andere ausschlafen. Soweit der Plan – lacht ihr alle schon? Der Mini auch… 😉

Also das mit dem Essengehen stimmt. Der Rest ist unser Wunschdenken. Am ersten Abend sind wir mit dem Mini zu seiner Schlafenszeit essen gegangen – was zu einem entspannten Dinner mit Gespräch (!) und schlafendem Kind führte. Während also siegessicher lächelnd in die Wohnung zurückkehrten, hatten wir leider die Rechnung ohne unseren Nachwuchs gemacht. Der war nämlich nach 2 Stunden Schlaf im Restaurant wieder wunderbar fit. Weiterschlafen…? Pfffff, das ist doch was für Babies…

Zweiter Abend – neues Spiel, neues Glück: wir gehen früher essen, mit dem wachen Mini. Ergebnis: alles doof – Buggy doof, Hochstuhl doof, Spielzeug doof. Mama doof, weil Schnuller vergessen. Klassischer Fall von „selber schuld“. Das Abendessen fühlte sich an wie auf Speed, immerhin hat der Mini danach gut geschlafen. Bis 4 Uhr morgens. *heul*

Also, wir haben kein Patentrezept für entspannten Familienurlaub. Vermutlich gibt es das auch nicht. Zumindest nicht mit anderthalbjährigen. 😉

Trotzdem genießen wir die gemeinsame Zeit! Ja, es ist anstrengend. Zumindest anstrengender als zu zweit Urlaub zu machen. Aber es ist auch so süß, den Mini am/im Meer zu sehen, wie er sich ausschüttet vor Lachen. Und ihn ganz konzentriert im Sand spielen sehen. Und irgendwann wird er auch mal durchschlafen. Ganz bestimmt. …oder..? Oder?!? 😉

Wie macht ihr denn diesen Sommer Urlaub? Oder habt Urlaub gemacht? Erzählt mal ein bisschen, ich brauche Inspiration für 2017! 🙂 Vielleicht nehmen wir dann die Großeltern mit – zwei Erwachsene sind offenbar nicht genug für ein sehr munteres Kleinkind.

Ein Kommentar zu „Urlaub mit Kleinkind – Planen | Packen | Panik

  1. Also unser erster Urlaub mit unserer Maus an der Ostsee war eine total. KATASTROPHE kann ich nur sagen. Dieses Jahr es gleiches Urlaubsziel und somit auch gleich entspannter weil wir uns ein bisschen auskannten und somit die Lage besser im Griff hatten. Allerdings war es abends an der Ostsee sooo hell und keine Rollläden… Das einschlafen war eine Geduldsprobe. Packen ist bei uns schon immer ein Drama. Fliegen wäre nicht möglich.

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