Die Gretchenfrage – wie hältst du es mit den Süßigkeiten?

Neben Stillen, Tragen und Impfen auch eines der Themen, bei denen sich Mütter gerne mal an die Gurgel gehen – online wie im echten Leben. Der Mini ist nun ein Jahr alt und ganz offensichtlich kein Baby  mehr. Deshalb häufen sich in den letzten Wochen Fragen wie „Darf er den einen Keks/Schokolade/eine Scheibe Wurst/ ein Brötchen?“ und wir stehen vor der Entscheidung: Ja oder Nein? Gleichzeitig hat Tina von Since we met einen sehr schönen und spannenden Beitrag zu einem Artikel gepostet, der sich damit beschäftigt, wann und warum wir Kindern Nahrung anbieten.

Beides hat mich zum Nachdenken gebracht, denn meine Meinung zum Thema Süßigkeiten hat sich in den letzten Wochen noch einmal verändert – klar, war sie ja vorher eine eher theoretische Meinung und musste nun durch den Praxistest. Vor einem Jahr hätte ich die Frage, ob mein kleines Kind einmal Süßes essen darf, vehement verneint. Heute sehe ich das etwas differenzierter.

Der Mini ist insgesamt ein begeisterter Esser – kein Wunder, bei den Eltern. 😉 Natürlich gibt es Dinge, die er nicht mag oder besonders gerne isst. Natürlich steht er wie alle Kinder auf alles, was süß schmeckt. Und er interessiert sich sehr stark für die Dinge, die wir essen und möchte gerne probieren.

Diese Neugier auf neue Geschmacksrichtungen möchte ich ihm möglichst lange erhalten – die „Nur-Nudeln-mit-Tomatensauce-Phase“ kommt ohnehin früh genug. Er darf deshalb das probieren, was wir auch essen, wenn er das möchte. Und dazu gehört auch mal ein Stück Kuchen – mit Zucker. Ich würde ihm jetzt noch keine Gummibärchen oder Schokolade geben, dazu ist er einfach noch zu klein. Aber wenn er noch etwas älter ist, werde ich das als Ausnahme auch erlauben – denn Süßigkeiten und Naschen und der richtige Umgang damit gehören zum Lebensalltag mit dazu. Das ist auch der Grund, weshalb sich meine Meinung verändert hat: Kinder sind von Süßigkeiten einfach permanent umgeben. Ich glaube, dass die einzige Chance zu einer gesunden Ernährung darin besteht, Ihnen das richtige Maß zu vermitteln.

Was heißt das konkret?

Ja, der Mini darf Kuchen mitessen, wenn wir beide Kuchen essen und er unbedingt probieren möchte. Aber natürlich würde ich ihm als Snack von mir aus keinen Kuchen anbieten, sondern Obst, Brot, Joghurt. Um auf die Fragen von Anfang zurückzukommen – die meisten würde ich trotzdem verneinen. Weder beim Bäcker noch beim Metzger möchte ich, dass er regelmäßig „einfach so“ etwas zu essen in die Hand gedrückt bekommt. Unterwegs einen Keks – warum? Er ist meistens beschäftigt, sich umzusehen oder hat ein Spielzeug im Buggy.


Ich persönlich halte inzwischen das ständige „zwischendurch“ essen für deutlich problematischer als das Thema Zucker/Süßigkeiten. Wer sich daran gewöhnt, immer unterwegs etwas zu essen in der Hand zu haben, hat ja nie Hunger und ist nie satt. Das ist jetzt überspitzt formuliert, aber ihr versteht, was ich meine? Ich bin überzeugt, dass auch beim Essen eine gewisse Routine wichtig ist. Wir halten es daher so, dass die Hauptmahlzeiten möglichst zu Hause oder an einem Tisch stattfinden. Die Snacks vormittags und nachmittags gibt es auch mal unterwegs, aber eben zur üblichen Zeit und in der üblichen Menge. Dazwischen gibt es nichts, auch kein Brötchen beim Bäcker oder einen Obstquetschding im Buggy. Die fünf Mahlzeiten liegen ja ohnehin so nah beeinander – wenn er zwischendrin noch isst, kaut er ja praktisch den ganzen Tag. Das kann nicht gesund sein – weder für die Zähne noch für die Entwicklung eines normalen Sättigungsgfühles.

Der beliebte Kindersnack: Fruchtquetschies

Auch hier hat sich meine Meinung in den letzten Wochen ziemlich verändert. Vorher fand ich die Dinger vor allem eins: praktisch! Keine Sauerei, das Kind hat das  schnell raus, wie man sie isst und: es ist ja Obst. Wo sollte das Problem sein? Die Lektüre des Ökotest-Jahrbuchs hat mich dann ehrlicherweise ein bisschen schockiert. Ich bin eigentlich kein Test-Leser, aber diesen Artikel fand ich mehr als hilfreich. Auf allen Produkten findet sich der Vermerk „Ohne Zuckerzusatz“ oder „Süße aus Früchten“ – in den meisten Produkten ist aber keineswegs nur der übliche, in den Früchten selber befindliche Fruchtzucker enthalten. Die Quetschies werden durch Apfel- oder Traubensaftkonzentrat weiter gesüßt und enthalten damit natürlich mehr Zucker als in den eigentlich pürierten Früchten enthalten wäre. Ja, kein Industriezucker – aber eben doch mehr Zucker als im reinen Obst enthalten wäre. Da kam ich mir gelinde gesagt schon sehr veräppelt vor. Ich habe nichts gegen ein Stückchrn Kuchen ode Muffin für den Mini – aber wenn ich der Meinung bin, ihm Obst zu geben, dann soll da Bitteschön auch Obst drin sein. Und zwar nur Obst. Also habe ich vor dem Supermarktregal Zutatenlisten gelesen und ein Quetschie gefunden, in dem wirklich nur Obst drin ist. Oh Mann! Man muss wirklich überall zweimal draufschauen.


Das Thema Süßigkeiten & gesunde Ernährung wird uns sicherlich noch viele Jahre beschäftigen. Ich bin sehr gespannt, wie ich in zwei Jahren über das Thema denke und wie praxisfest sich unsere Vorsätze bis dahin erweisen. Wie handhabt ihr es mit Zucker & Süßigkeiten?

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